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Wie Gott in Frankreich
Zu Besuch bei “Chez Claude” in Trierweiler
Original französisch essen und nicht weit fahren. Geht nicht, denken Sie? Geht doch! Eine kurze Fahrt nach Trierweiler, "Chez Claude"; in die Römerstraße 3 genügt. Wir, meine Frau und ich, haben dies jedenfalls an unserem Hochzeitstag getan. Sicher, sieht man das Lokal, das unmittelbar an eine große Reithalle angebaut ist, wird man zunächst überhaupt nicht an Frankreich erinnert. Auch das Interieur lässt eher die Vermutung aufkommen, man befände sich in Griechenland. Das ist verständlich, denn noch vor 2 Jahren befand sich hier ein griechisches Restaurant.
Doch abgesehen von diesen Kleinigkeiten, kann man sich hier wie Gott in Frankreich fühlen. Wir werden freundlich von der Wirtin empfangen, die trotz ihrer leichten Behinderung, eine rechtsseitige Lähmung, den Service perfekt durchführt. Bewundernswert.
Wir wählen - was zu empfehlen ist - das Menü, das auf einer Schiefertafel aufgeschrieben ist. Nach den Getränken befragt, äußern wir den Wunsch, zu jedem Gericht einen korrespondierenden Wein zu genießen. "Kein Problem, meint die freundliche Wirtin, "wir haben entsprechende offene Weine "und verspricht, jeweils den passenden zu servieren. Wir verlassen uns auf Sie und werden dies nicht bereuen, sie kredenzt uns gute und auch bezahlbare französische Weiß- und Rotweine, sowie, passend zur Vorspeise (Entenleber) einen Süßwein.
Schon das Amuse-Gueule, das serviert wird, lässt die Qualität der Küche erahnen. Die Vorspeise, das Zanderfilet, das Hauptgericht, Entrecôte, perfekt gebraten, mit Gemüse und Kartoffelgratin, alles schmeckt uns ganz hervorragend. Keine ausgewiesene Sterneküche, aber sehr gutes, phantasievolles französisches Essen in bester Qualität. Kaum verständlich und sehr schade, dass wir an diesem Abend die einzigen Gäste sind. "Das ist sehr unterschiedlich, es sind mal mehr, mal weniger", informiert uns die Wirtin etwas verlegen. "Sollte das Lokal einmal etwas voller sein, steht mir eine Hilfskraft zur Seite."
Etwas stört uns, dass auch Froschschenkel auf der überschaubaren Karte angeboten werden, doch zur französischen Küche gehört dies nun einmal. Am Ende dieses perfekten Abends lernen wir den sympathischen Koch, Claude kennen, der nicht nur wie ein waschechter Franzose aussieht, sondern auch einer ist. Wir wünschen ihm von ganzem Herzen, dass sich die Qualität seines französischen Restaurants in Trier herum spricht, sodass sich seine logistischen Probleme, immer genügend frische Waren vorrätig zu halten, die er aus Luxemburg besorgt, lösen werden.
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